16 Sep Moderne Mittel gegen die E-Mail-Flut

Chorleiter haben einen hohen Kommunikationsaufwand. Wenn sie mehrere Chöre leiten einen vielfachen.

Hochschullehrer haben einen hohen Kommunikationsaufwand. Im Ensembleleitungsbereich mehr als im künstlerischen Einzelunterricht.

Vereinsvorsitzende haben einen hohen Kommunikationsaufwand – pro Verein, also mitunter mehrfach.

Dann kommt bei mir noch der Orgeldienst dazu und die freiberufliche Tätigkeit als Referent, Dirigent, Autor und Coach.

Ob es funktioniert, kann ich noch nicht sagen, aber ich bin sehr zuversichtlich: Heute habe ich mit der Freischaltung der internen Bereiche auf der Homepage des Singkreis Deuerling und gerade auch im Bereich „Hochschule“ auf dieser Homepage einen Schritt zur Eindämmung der E-Mail-Flut gemacht. Im Grunde genommen ist es einfach: die Pflicht, alle zu informieren und dies vor allem in sinnvollen Abständen zu wiederholen, lag bislang bei mir – nun haben „die Anderen“ die Pflicht, sich auf diesen Plattformen zu informieren. Vorausgesetzt ich schaffe es, die Informationen aktuell zu halten, reicht es somit, wenn ich einmal etwas kommuniziere. Und „FAQ“, häufig nachgefragte Dinge trage ich nach und stelle sie auf diese Weise jeder und jedem zur Verfügung, der auf die Informationen zugreift.

Alle E-Mails werden nicht verschwinden, besonders nur wenige bei mir eingehende (Nachfragen nach längst kommunizierten Dingen). Aber gedacht ist das besonders auch als Service für die Menschen, die bislang mit meinen Mails vollgepflastert wurden – sie werden erheblich entlastet und schauen jetzt nach, wann es ihnen gut passt. Für mich gehört auch eine möglichst angenehme Kommunikation zu einem sorgsamen, wertschätzenden und stressreduzierenden Umgang mit den vielen Menschen, die sich mir anvertrauen.

Feedback immer erwünscht!

Weiter
singpause_006

13 Sep Gruß zum Schulbeginn (in Bayern)

Heute geht also auch in Bayern die Schule wieder los. Den Lehrkräften wünsche ich einen guten Start, einigermaßen kooperative und anständige Schüler_innen und vor allem die Gewissheit, dass sie einen der wichtigsten Beiträge zu unserer Gesellschaft leisten – manches Mal trotz Bildungspolitik, trotz anstrengender Eltern (wie mir), trotz nicht adäquater Wertschätzung der Gesellschaft.

Den Schüler_innen wünsche ich gute und überzeugende Lehrer, Freude am Lernen und schon auch die Demut und Dankbarkeit, zu erkennen, dass man es hierzulande im internationalen Vergleich doch nicht sooo schlecht getroffen hat: man geht kostenlos zur Schule, lernt aber bei den derzeitigen Aussichten wahrlich nicht umsonst.

Musiklehrer_innen sind chronisch überlastet, haben aber vielleicht doch bis hierher gelesen. Ihr unterrichtet eines der wichtigsten Fächer, egal wie das Wirtschaft und Andere sehen und bewerten. Jetzt geht es nur noch darum, sich im Lehren die Freiheit zu bewahren, tatsächlich Musik an die jungen Leute heranzubringen und nicht nur Lehrplaninhalte. Und es geht darum, selbst die Musik nicht zu verlieren. Ganz schön schwierig – aber: ihr schafft das!

Weiter

22 Jul Wesentliches auf Youtube

Im Februar 2016 hatte ich die ehrenvolle Aufgabe, beim Leipziger Symposium zur Kinder- und Jugendstimme im Hauptvortrag grundsätzliche Gedanken über die Vorbildfunktion der Pädagogen-Sing-Stimme beizusteuern. Da Leipzig immer mit der Zeit geht (wenn es dieser nicht voraus ist), gibt es nun auch einen Youtube-Channel zum Symposium und mein Vortrag ist dort vertreten. Vor Freigabe habe ich ihn mir nochmal angeschaut – positiv überrascht stelle ich fest, dass dort tatsächlich Wesentliches von dem zu hören ist, was ich in und an der Arbeit von Musik- sowie speziell Gesangs- und Chorpädagogen für wichtig und existenziell halte. Ein wenig Zeit (48 min.) braucht man, aber vielleicht mag die ja jemand investieren.

Hier der Link:

Weiter

16 Jul Gemeindegesang im Gottesdienst – Repertoirebildung

Natürlich schafft man es nicht so konsequent, wie man es sich einmal vorgenommen hat. Aber mit kleineren Lücken, in der letzten Zeit jedoch sehr stringent gepflegt führe ich eine Liste, in die ich alle Lieder eintrage, die in den von mir gestalteten Gottesdiensten gesungen wurden. Diese Liste steht immer wieder aktualisiert auch hier auf meiner Homepage unter „Kirchenmusik“, heute stelle ich sie einmal in den Blog, da mir dies ein besonders großes Anliegen ist: Kirchenmusiker haben zuerst und zuvorderst dafür zu sorgen, dass Gemeinden singen.

Dazu ist Repertoirebildung immens wichtig. Das bedeutet, dass zum einen Lieder nicht totgesungen werden – besonders gefährdet sind hier die immer wiederkehrenden wie Gloria, Sanctus, Agnus Dei – und zum anderen, dass selten gesungene Lieder wenigstens ab und an auftauchen und dann auch entsprechend vorbereitet werden. Das muss nicht immer ein „Einüben“ mit der Gemeinde sein. Es kann darin bestehen, dass man das Lied vor Beginn des Gottesdienstes kommentarlos oder mit einem kleinen Hinweis vorsingt (am besten mit Orgelbegleitung), es kann darin bestehen, dass man eine erste Strophe solistisch (oder vom Chor übernommen) vorsingt und die folgenden Strophen die Gemeinde singen lässt, zumindest aber kann ein ausreichend langes und die Melodie klar aufzeigendes Vorspiel sehr helfen, die Gemeinde zum Singen auch unbekannterer Lieder zu motivieren.

Und schließlich immer und immer wieder: mit der Gemeinde atmen! Man muss nicht in den Lautsprecher brüllen, um zu führen, aber man sollte immer mitsingen und damit erspüren, wo man als Laie einfach atmen muss, um nicht zu ersticken, und wieviel Zeit man dafür braucht; vor allem aber ergibt sich ein singbares Tempo, nicht zu langsam, nicht zu schnell. Was dabei herauskommt, kann gängigen Lehrmeinungen durchaus widersprechen und wird sich auch mit den Jahren durch Erfahrung verändern. Es wird sich maßgeblich auch durch den Kirchenraum verändern und sogar im gleichen Raum wird nicht jede Gemeinde gleich singen. Warum muss man gläubige Menschen jenseits der 70 oder 80 zu sportlichen Höchstleistungen treiben? Das hat sich mir als pädagogischer Auftrag noch nie erschlossen, auch wenn ich anfangs allzu blind das abgespult habe, was mir beigebracht wurde.

Es gibt kein größeres Qualitätsmerkmal für Kirchenmusiker_innen als den Gemeindegesang in den von ihr/ihm betreuten Gemeinden.

Hier die Datei zur Repertoirebildung:

NEUES GOTTESLOB_1

Weiter

29 Jun In die Tiefe gehen – Wort und Musik

Ich liebe bei den Vorbereitungen zu Konzerten besonders die intensive Auseinandersetzung mit den Textvorlagen der Chorkompositionen, die ich erarbeiten und aufführen darf. Am Wochenende stehen beim Festival Sommersprossen http://freundeskreis-sommersprossen.de diesbezüglich zwei sehr interessante Programme an:

Wie und warum Bach welche Texte für seine Motetten ausgewählt hat und vor allem wie er sie verarbeitet, verschränkt und immer wieder überraschende Synthesen schafft, ist für mich Spiritualität in Reinform. Und was Max Reger am Ende seines Lebens 1914 bewogen haben mag, in den „Acht geistlichen Gesängen“ auf teils derart alte Texte zurückzugreifen, ist ebenfalls eine hoch interessante Frage, besonders in Verbindung mit der schlichten Satztechnik.

Das Programm am Sonntag geht dann sogar von einem einzigen Dichter aus: Rainer Maria Rilke hat alle Textvorlagen der Vokalwerke geliefert und – eine den Blick weitende Facette – zwei Instrumentalwerke inspiriert. Ein Dichte – verschieden Komponisten: gibt es da Parallelen? Wie deutet welcher Kompositionsstil welches sprachliche Bild? Wir gehen dem in einem Gesprächskonzert nach, auf dessen musikalische Leitung ich mich ebenso freue wie auf die Moderation, die mir übertragen wurde.

Wer alle Texte, die vox animata am Wochenende in Rottweil singt, und einige kurze Gedanken dazu nachlesen möchte, findet hier das Dokument:

vox animata rottweil 2016 – bach reger hindemith lauridsen

Weiter