24 Jun Sonnenwende – eine andere Perspektive

Leider habe ich weder heute noch am Wochenende (Probenwochenende mit vox animata – endlich wieder mal!) einen Gottesdienst zu gestalten. Wie gern würde ich dieses im Gotteslob unter 465 zu findende, nur wenige Tage im Jahr passende Lied einbauen:

Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht.
Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut,
Herr, zwischen Blüh’n und Reifen und Ende und Beginn.
Lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin.

Kaum ist der Tag am längsten, wächst wiederum die Nacht.
Begegne unsren Ängsten mit deiner Liebe Macht.
Das Dunkle und das Helle, der Schmerz, das Glücklichsein
nimmt alles seine Stelle in deiner Führung ein.

Das Jahr lehrt Abschied nehmen schon jetzt zur halben Zeit.
Wir sollen uns nicht grämen, nur wach sein und bereit,
die Tage loszulassen und was vergänglich ist,
das Ziel ins Auge fassen, das du, Herr, selber bist.

Du wächst und bleibst für immer, doch unsre Zeit nimmt ab.
Dein Tun hat Morgenschimmer, das unsre sinkt ins Grab.
Gib, eh die Sonne schwindet, der äußre Mensch vergeht,
dass jeder zu dir findet und durch dich aufersteht.

(Text: Detlev Block 1978 / Melodie: Johann Steuerlein 1575)

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19 Jun Tag der Musik – Musik macht Heimat

2016-06-18 08.56.08Ein schönes, mehrfaches Bezugskonzept ergibt sich für mich ungeplant: heute ist der vom Deutschen Musikrat getragene „Tag der Musik“ in Deutschland. Ich verbringe ihn mit hoch engagierten Teilnehmern und Teilnehmerinnen meines Lieblingslehrganges Kinderchorleitung an der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf. Hier darf ich seit vielen Jahren arbeiten, habe viele wunderbare Menschen kennengelernt und bekomme von vielen ehemaligen Kurteilnehmern regelmäßig wunderbare Rückmeldung, wie sehr das hier Gelernte in der täglichen Arbeit trägt.

„Musik macht Heimat“ ist das Motte des DMR, sicher anders gedacht als die Analogien, die mich geradezu anspringen. Ich bin zuhause im Singen, bin zuhause in der Musik, bin zuhause im Faszinosum „Chor“, bin zuhause in der Arbeit mit Kindern, bin zuhause in der Lehre, bin zuhause im sehr persönlichen Beziehungsgeflecht, das entsteht, wenn man sich all dem gemeinsam nähert. und ich habe hier in Marktoberdorf einen Ort, der mir in diesem Tun Heimat geworden ist. So stellt sich als Motto meines Tages der Musik klar heraus: Dankbarkeit!

Warum ist das hier so gut und fruchtbringend für alle Beteiligten?

Weil hier nur Leute sind, die genau das Lernen wollen, was wir hier anbieten.

Weil man sich hier nicht nur ein Wochenende lang trifft sondern ganze fünf viertägige Phasen. Das lässt Grundlagenarbeit zu, gibt Raum für Nachfragen, Entwicklung und Reifung. Und die Fülle alleine der Fächer dieses Wochenendes zeigt, dass sonst zwangsläufig vernachlässigte oder stillschweigend vorausgesetzte Fähigkeiten Beachtung finden können: Harmonielehre, Gehörbildung, Vorbereitung der Praxiseinheiten, Lehrproben jeder Teilnerhmer_in mit Kindern, ausführliche gemeinsame Nachbereitung sowie Einzelberatung, chorpraktisches Klavierspiel, Dirigieren, gestische Singleitung, Stimmbildung, Gesangsunterricht, Hinführung zur Mehrstimmigkeit, Musikgeschichte (na ja – eher am Rande :-)), Literaturkunde.

Safe the date: der Start des nächsten Kurses liegt schon fest! 21.-24. Oktober 2017 wird die erste Phase in Marktoberdorf stattfinden und wir freuen uns auf viele, hoch motivierte Interessent_innen!

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07 Jun Positive Nachwirkungen einer Zeitreise – 49 Jahre in 24,5 Stunden

Reading-Session durch 5 Jahrzehnte Chorarchiv

Reading-Session durch 5 Jahrzehnte Chorarchiv

Die Vorbereitung hat den Blick geklärt auf das, was hier in Deuerling eigentlich so alles läuft – alleine das hätte den Aufwand für die „Zukunftswerkstatt Laienchor“ des Bayerischen Sängerbundes gerechtfertigt.

Die Durchführung war ein Höhenflug, bei dem sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu nicht ungeahnten aber doch ungewöhnlichen Höchstleistungen gesteigert haben – alleine das hätte für alle Mühen entlohnt.

Tonpfeile jagen durch die Aula der Schule - der Kinderchor bei der offenen Probe

Tonpfeile jagen durch die Aula der Schule – der Kinderchor bei der offenen Probe

Die Rückmeldungen auf die 24,5 Stunden unserer Gäste in Deuerling jedoch waren enorm bestätigend und beflügelnd, sie reißen nicht ab und sie wirken stark nach – beinahe ein „positives Nachbeben“ mehr als nur Nachwirkungen.

… und für mich persönlich?

Ehrlich dankbar und gerührt vom Lob meines großen Kollegen Max Frey

Ehrlich dankbar und gerührt vom Lob meines großen Kollegen Max Frey

Für mich ist das große, mehrfache, ehrliche und tief empfundene Lob für unsere Arbeit hier durch meinen verehrten Kollegen Prof. Max Frey aus München eine Art Ritterschlag für meine Laienchorarbeit, wie das für andere wahrscheinlich Wettbewerbserfolge sind. Wie dankbar ich ihm alleine dafür bin, dass er mit mir dieses Seminarmodell gewagt hat, dass er sich die Zeit genommen hat zu uns zu kommen und dass er dann noch so intensiv mitgelebt hat, kann ich kaum ausdrücken. Aber man sieht es – denke ich – auf dem Foto ganz gut, wenn man mich kennt…

 

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20 Mai Wirkt! In der Praxis und über den Tag hinaus.

Als Rückmeldung auf meinen Unterricht sind besonders die Äußerungen wichtig, die aus der Praxis nach der Hochschulzeit kommen. Mit Bezug auf die im Masterkurs Kinderchorleitung an der HfMT behandelte Solmisation erreicht mich soeben dieses Feedback:

Am letzten Mittwoch habe ich in meiner Damenschola übrigens das erste Mal Solmisation ausprobiert. Während die Damen vorher in der Papageienmethode eine Communio oder einen Introitus in 4-6 Wochen drauf hatten (es gibt die Schola seit Oktober), haben sie mir nach der kurzen Einführung ins System eine unbekannte  Communio im III.Ton von den Händen direkt richtig abgesungen. Fazit für mich: Das ist nicht nur was für Kinder und kommt deswegen jetzt wohl auch aktiver mit in die Erwachsenenarbeit rein.“

So soll es sein und so freut es mich – immer wieder!

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07 Mai Chorleiterleben – sicher, auch Musik, aber…

Ein Leben voller Musik! Ja, sicher, auch das macht ein Chorleiterleben aus. Aber wenn man sich nicht auf Chefposten bei Profichören beschränkt, dann gehört da auch ungemein viel Organisation, Kommunikation und harte Schwarzbrotarbeit dazu – heute mehr denn je auch Öffentlichkeitsarbeit.

Erst diese Woche habe ich wieder zweimal die Rückmeldung bekommen, dass neben den Kapiteln über Stimmbildung und Probenmethodik in meinem „Chorleitfaden“ diejenigen über Organisation und Struktur als besonders hilfreich empfunden werden. Dazu passt mein heutiger Tag: zuerst eine mehrstündige Klausur, um das neue Jahresberichtsheft 2015-2016 für den Singkreis Deuerling auf den weg zu bringen, danach konstituierende Sitzung der am Mittwoch neu gewählten Vorstandschaft für die nächsten 3 Jahre.

Auch in meinem Hochschulunterricht gehe ich mit all diesen Dingen offen und vor allem positiv um: wer sich auf diesen Job (gilt für Kirchenmusiker genauso) einlässt, muss damit leben und sollte eine positive Einstellung entwickeln. In diesen Bereichen liegt nicht wenig gestalterische Kraft und wenn man das ausstrahlt, arbeiten die Leute auch gerne mit.

Deshalb auch einmal an dieser Stelle: herzlichen Dank all meinen Mit-Vorständen und den unzähligen Helfern mit kleinen und (sehr) großen Aufgaben! Ohne Euch alle ginge es nicht!

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