2017-01-04-05-27-17

04 Jan Gefällt mir! Warum eigentlich nicht…?

Zu Beginn eine Warnung: was ich hier als Beitragsbild gewählt habe, ist nicht ganz legal! Zeitschriften- oder Zeitungsartikel einfach abzufotografieren und ins Netz zu stellen, ist nicht erlaubt. Viele Chöre machen das vor allem mit Konzertberichten und Rezensionen und es passiert auch selten etwas, aber: es ist nicht erlaubt.

Ich mache das jetzt aber sehr bewusst und bin sicher, dass es absolut im Sinne der Rechteinhaber ist. Denn als ich gerade beim Morgenkaffee saß und die neue Ausgabe von Chorzeit – das Vokalmagazin las, habe ich mich entschlossen, einen Blogbeitrag, der mir seit Silvester im Kopf herumging, nun doch gleich zu schreiben und nicht (wie ich mir geschworen hatte) zu warten, bis wirklich der ganze Schreibtisch aufgeräumt ist. Bei dieser Gelegenheit sei einmal erwähnt, wie sehr ich nur jeder und jedem choraffinen Menschen empfehlen kann, diese Zeitschrift zu lesen! Die Redaktion schafft es trotz aller Unkenrufe damals beim Relaunch tatsächlich, jeden Monat spannende Themen aufzutun und sie leistet das Wichtigste, was eine Fachzeitschrift leisten kann: sie informiert und motiviert! Bravo nach Berlin!

Jetzt zu meinem Anliegen. Auf Seite 31 ff. geht es im letzten Teil einer Reihe zur Öffentlichkeitsarbeit für Chöre um Social Media. Der Beitrag gibt wie immer wertvolle Tipps zum Umgang mit diesen wichtigen Medien und bezieht sich in seinen Beispielen vor allem auf Facebook. Wer im Netz etwas unterwegs ist, weiß, dass dies auch der Realität entspricht. Die Gründe dafür, dass Chöre eher hier als bei Instagram oder Twitter posten, sind vielfältig: die Altersgruppe der jeweiligen „Macher“ dürfte einer sein, die Altersgruppe der Hauptzielgruppe für Chöre ein nächster (in beiden Fällen sind es nicht die ganz Jungen, aber auch nicht die ältere Generation), außerdem ist „Chor“ einfach gut zu vermitteln in der Kombination aus Bild + Text und die Texte sind auch sinnvollerweise schon mal länger als 140 Zeichen. Ich teile diese Erfahrung und fahre in meiner eigenen PR und für meine eigenen Chöre sehr erfolgreich diese Schiene. Die Tipps, die also in diesem Beitrag der Chorzeit stehen, wiederhole ich hier nicht – kauft euch die Zeitschrift und lest nach!

Und genau darum – um das Empfehlen von Gutem – geht es mir, denn ein wichtiger Tipp fehlt mir im Text dann doch noch. Auf Seite 33 steht im Artikel (übrigens von Claudia Schurz, Redakteurin der Chorzeit) ein entscheidender Hinweis: „… Welche Inhalte Fans bekommen, kann davon abhängen, wie oft sie auf welcher Seite sind oder ob ein Post des Absenders viele Reaktionen bekommt. Ausgewählt werden aber auch Inhalte, die für den Nutzer interessant zu sein scheinen. Fazit: Wer häufiger postet, erreicht auch mehr Menschen.“

„… ob ein Post des Absenders viele Reaktionen bekommt…“

Jeder kann nachschauen: auch ich krebse manchmal mit einem oder keinem „Like“ herum und wundere mich durchaus immer wieder, dass auf bestimmte Dinge nicht mehr Reaktionen kommen. Genauso weiß ich aber aus den indirekten Reaktionen, dass Facebook für viele Menschen ein Medium zum stillen Mitlesen aber nur ja nicht zur öffentlichen Stellungnahme ist. Das betrifft jede Zielgruppe: auch ich habe viel Mühe damit, meine eigenen Chormitglieder zum Liken und Teilen zu bewegen; da steter Tropfen aber auch diesen Stein höhlt, gelingt es immer besser.

Wir Chorleute wissen also, dass die Reichweite eines Posts sofort erhöht wird, wenn viele „Likes“ gesetzt werden, und natürlich noch mehr, wenn oft geteilt wird. Es wäre also für die Chorszene ein leichtes, Facebook geradezu zu instrumentalisieren. Denn wir sind viele und wir sind dort gut repräsentiert. Wenn nun also jede und jeder über ihren/seinen Schatten springen würde und beim Scrollen nicht nur argwöhnisch wahrnehmen würde, wer sich da schon wieder aufplustert und in den Mittelpunkt zu stellen versucht, und dann ganz bewusst NICHT „liked“, sondern wenn wir alle mit offenem Blick jede Chance nutzen würden, um Dinge, die wir gut finden, mit einem Klick oder besser noch einem kommentierten Teilen in die Welt zu blasen, dann hätten wir am Ende alle etwas davon. Ich bin auf diesem Blog (und meinen Coachings, wo es interessanterweise immer auch um diese Dinge geht) sehr offen: auch ich ertappe mich manchmal dabei, eher mit Angst um die eigene Position durchs Netz zu gehen. Aber das ist falsch – wir nehmen uns gegenseitig nichts, wenn wir aktiv an der viralen Verbreitung unseres Anliegens mitarbeiten. Und wir müssten uns freuen, dass wir nicht alleine sind und dass viele gute Ideen nur darauf warten, andere anzuregen und zu motivieren.

Stufe 1 wäre also „gefällt mir“

Stufe 2 „jetzt teilen“

Stufe 3 „in einem Beitrag teilen“

Stufe 4 gezielt in einer Gruppe teilen

Stufe 5 wiederum wäre, ein Netzwerk aus Leuten zu bilden, denen es nichts ausmacht, in Beiträgen oder auf Fotos markiert zu werden. Das ist heikel und sei extra angesprochen, denn man muss nur von sich selber ausgehen: man möchte öffentlich entweder gar nicht ungefragt oder auf jeden Fall nur mit Dingen in Verbindung gebracht werden, hinter denen man zu 100% steht und für die man auch einstehen will. Diese Stufe 5 wäre also dann etwas für echt aktive Netzwerker – wer mag, kann sich gerne bei mir melden. und ich habe übrigens kein Problem damit, weil ich mir die Freiheit nehme, im schlimmsten Fall etwas zu löschen (das kommt ein- bis zweimal pro Jahr vor).

Zum Schluss noch ein Vergleich: Wenn ich bei Kursen und Vorträgen gefragt werde, ob ich denn wirklich glaubte, dass Kinderchorarbeit ganz konkret meinem Erwachsenenchor Nachwuchs bringt, antworte ich wahrheitsgemäß: direkt und unmittelbar nur sehr wenig aber natürlich trotzdem über die vielen Jahre klar nachweisbar in einem Altersdurchschnitt von ca. 35 Jahren bei einer Bandbreite von 14 bis 78; es gibt die kontinuierlichen Sängerbiographien in ein und demselben Chor, aber es sind einzelne. Doch meine Kinderchöre gibt es auch, damit die bei mir ausgebildeten und infizierten jungen Leute, die wegen Studium oder Beruf von Deuerling weg in ihre Stadt ziehen, Lust darauf haben, bei ihnen mitzusingen – ganz egal wo. So ist das auch mit unserer Präsenz im Netz: gemeinsam wären wir noch stärker, weil wir eben nicht nur für unseren Mikrokosmos vor Ort arbeiten! Deshalb ist einer meiner Vorsätze für 2017, noch konsequenter alle Dinge zu liken und zu teilen, die ich ehrlich gut finde – unabhängig von graduell unterschiedlicher Sym- oder Antipathie 🙂 Es muss ja nicht das Konzert im Nachbarort zum gleichen Zeitpunkt sein und natürlich sollte man verbreiten, was man ehrlich gut findet und nicht wahllos posten. Aber hier wäre ausnahmsweise einmal „mehr mehr“.

Übrigens: man kann auch Blogbeiträge kommentieren…

Frohes neues Jahr uns allen!

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31 Dez Danke, 2016! Willkommen, 2017!

Herr meiner Stunden und meiner Jahre.
Du hast mir viel Zeit gegeben.
Sie liegt hinter mir
und sie liegt vor mir.
Sie war mein und sie wird mein,
und ich habe sie von dir.

Ich danke dir für jeden Schlag der Uhr
und für jeden Morgen, den ich sehe.
Ich bitte dich nicht, mir mehr Zeit zu geben.
Ich bitte dich aber um viel Gelassenheit,
sie zu füllen, jede Stunde
mit deinen Gedanken über mich.

Ich bitte dich um Sorgfalt,
dass ich meine Zeit nicht töte,
nicht vertreibe, nicht verderbe.
Segne du meinen Tag.“

(Jörg Zink – Gotteslob Nr. 11/1)

Dies zum Dank allen Freunden für jeden guten Augenblick des abgelaufenen Jahres, zur Entschuldigung für jede vergeudete oder abwesende Minute und als Wunsch für alle an das neue Jahr mit der minimalen Abwandlung:
Segne du unser aller neues Jahr 2017!

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2016-10-30-08-41-31

23 Dez Was einem vor den Weihnachtsgottesdiensten so durch den Kopf geht

Wer aktiv etwas zum Erhalt des christlichen Abendlandes tun will, hat dazu in den nächsten Tagen in unzähligen Gottesdiensten aller Konfessionen die Gelegenheit. Gleichzeitig lässt sich dort auch die Seele pflegen: die verwundete kann heilen, die freudige kann danken und teilen. Die Botschaft ist im Kern Einfachheit, Reduzierung bis auf das Wesentlichste. Hoffend kommen – Maul halten und staunen – und dann angstfrei den loben, der uns dieses Geschenk gemacht hat.

In den Gottesdiensten werden Weihnachtslieder dann (hoffentlich) nicht demonstrativ als Kampfgesänge gegen irgendetwas gegrölt, sondern sie werden gemeinsam für die Sache der Liebe und des Verständnisses gesungen. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, liebe Gottesdienstbesucher all überall: macht den Mund auf und singt mit! Weder wir Kirchenmusiker, noch die Pfarrer und geschweige denn der Liebe Gott hören auf falsche Töne, auch die Banknachbarn haben anderes zu tun, als Fehler zu zählen. Aber alle Genannten sind ein wenig traurig über schweigende Zuhörer und Zuschauer.

Es gibt bei uns in der Gemeinde ein wunderbares Beispiel für solch wunderbare, falsche Töne: es ist wirklich schwer, mich aus der Melodie zu werfen, aber einer schafft es manchmal. Und ich freue mich dann doch ehrlich, wenn er da ist und lauthals mitsingt. Der traut sich und es kommt fühlbar von Herzen.

Und ihr Chöre: singt, bitte, nicht „von oben herab“ sondern singt mit den Gottesdienstteilnehmern und nehmt sie mit euren Stimmen mit! Kollegen: belehrt nicht oder glänzt durch eure Liedbegleitung, sondern nehmt mit und führt behutsam – immer wissend, dass da Leute singen, die weder ausgebildete Stimmen haben noch vor jeder Messe ein Atemtraining absolvieren oder sich einsingen. Das ist meiner Meinung nach unser Beruf.

„Habt Mut und fürchtet euch nicht!“

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16 Dez Interview – Gelegenheit, sich klar zu werden

Im Vorfeld der höchst erfreulichen und höchst erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Landesjugendchor Saar habe ich ein etwas längeres Interview für die SR2 Musikwelt gegeben. Immer wieder stelle ich bei diesen Gelegenheiten fest, dass es gut tut, sich zu fokussieren und gedanklich auf den Punkt zu kommen. Gabi Szarvas hat mir gute Fragen gestellt, die nicht im Vordergründigen geblieben sind – meine Antworten hoffentlich auch nicht.

Wer Lust hat, dieses Interview noch einmal nachzuhören, findet es unter diesem Link:

http://www.sr.de/sr/sr2/sendungen_a-z/uebersicht/musikwelt/20161202_musikwelt_sendung100.html

Als eines von vielen wunderschönen Dankeschöns habe ich eine Wollmütze bekommen – das Foto darf hier natürlich nicht vorenthalten werden:

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