Tag der Musik – Musik macht Heimat

2016-06-18 08.56.08Ein schönes, mehrfaches Bezugskonzept ergibt sich für mich ungeplant: heute ist der vom Deutschen Musikrat getragene „Tag der Musik“ in Deutschland. Ich verbringe ihn mit hoch engagierten Teilnehmern und Teilnehmerinnen meines Lieblingslehrganges Kinderchorleitung an der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf. Hier darf ich seit vielen Jahren arbeiten, habe viele wunderbare Menschen kennengelernt und bekomme von vielen ehemaligen Kurteilnehmern regelmäßig wunderbare Rückmeldung, wie sehr das hier Gelernte in der täglichen Arbeit trägt.

„Musik macht Heimat“ ist das Motte des DMR, sicher anders gedacht als die Analogien, die mich geradezu anspringen. Ich bin zuhause im Singen, bin zuhause in der Musik, bin zuhause im Faszinosum „Chor“, bin zuhause in der Arbeit mit Kindern, bin zuhause in der Lehre, bin zuhause im sehr persönlichen Beziehungsgeflecht, das entsteht, wenn man sich all dem gemeinsam nähert. und ich habe hier in Marktoberdorf einen Ort, der mir in diesem Tun Heimat geworden ist. So stellt sich als Motto meines Tages der Musik klar heraus: Dankbarkeit!

Warum ist das hier so gut und fruchtbringend für alle Beteiligten?

Weil hier nur Leute sind, die genau das Lernen wollen, was wir hier anbieten.

Weil man sich hier nicht nur ein Wochenende lang trifft sondern ganze fünf viertägige Phasen. Das lässt Grundlagenarbeit zu, gibt Raum für Nachfragen, Entwicklung und Reifung. Und die Fülle alleine der Fächer dieses Wochenendes zeigt, dass sonst zwangsläufig vernachlässigte oder stillschweigend vorausgesetzte Fähigkeiten Beachtung finden können: Harmonielehre, Gehörbildung, Vorbereitung der Praxiseinheiten, Lehrproben jeder Teilnerhmer_in mit Kindern, ausführliche gemeinsame Nachbereitung sowie Einzelberatung, chorpraktisches Klavierspiel, Dirigieren, gestische Singleitung, Stimmbildung, Gesangsunterricht, Hinführung zur Mehrstimmigkeit, Musikgeschichte (na ja – eher am Rande :-)), Literaturkunde.

Safe the date: der Start des nächsten Kurses liegt schon fest! 21.-24. Oktober 2017 wird die erste Phase in Marktoberdorf stattfinden und wir freuen uns auf viele, hoch motivierte Interessent_innen!

Positive Nachwirkungen einer Zeitreise – 49 Jahre in 24,5 Stunden

Reading-Session durch 5 Jahrzehnte Chorarchiv

Reading-Session durch 5 Jahrzehnte Chorarchiv

Die Vorbereitung hat den Blick geklärt auf das, was hier in Deuerling eigentlich so alles läuft – alleine das hätte den Aufwand für die „Zukunftswerkstatt Laienchor“ des Bayerischen Sängerbundes gerechtfertigt.

Die Durchführung war ein Höhenflug, bei dem sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu nicht ungeahnten aber doch ungewöhnlichen Höchstleistungen gesteigert haben – alleine das hätte für alle Mühen entlohnt.

Tonpfeile jagen durch die Aula der Schule - der Kinderchor bei der offenen Probe

Tonpfeile jagen durch die Aula der Schule – der Kinderchor bei der offenen Probe

Die Rückmeldungen auf die 24,5 Stunden unserer Gäste in Deuerling jedoch waren enorm bestätigend und beflügelnd, sie reißen nicht ab und sie wirken stark nach – beinahe ein „positives Nachbeben“ mehr als nur Nachwirkungen.

… und für mich persönlich?

Ehrlich dankbar und gerührt vom Lob meines großen Kollegen Max Frey

Ehrlich dankbar und gerührt vom Lob meines großen Kollegen Max Frey

Für mich ist das große, mehrfache, ehrliche und tief empfundene Lob für unsere Arbeit hier durch meinen verehrten Kollegen Prof. Max Frey aus München eine Art Ritterschlag für meine Laienchorarbeit, wie das für andere wahrscheinlich Wettbewerbserfolge sind. Wie dankbar ich ihm alleine dafür bin, dass er mit mir dieses Seminarmodell gewagt hat, dass er sich die Zeit genommen hat zu uns zu kommen und dass er dann noch so intensiv mitgelebt hat, kann ich kaum ausdrücken. Aber man sieht es – denke ich – auf dem Foto ganz gut, wenn man mich kennt…