Musik zur Nacht – Anklang bei Kritik und Publikum

Bereits die fünfte Rezension in Folge – erfreulicherweise von 5 verschiedenen Rezensenten in 3 verschiedenen Zeitungen – bescheinigt unserem Kammerchor vox animata ausgezeichnete Leistungen. 2015 gegründet haben wir schon viel erlebt und viel geschafft, diese Besprechungen zeigen uns, dass sich die viele Arbeit und alle Anstrengungen lohnen. Hier der Link zur Besprechung des Konzertes vom 2.6.2018 in Regensburg, erschienenen in der Mittelbayerischen Zeitung und so freundlich verfasst von Gerhard Dietel:

https://www.mittelbayerische.de/kultur-nachrichten/von-stille-und-sternenhimmel-21853-art1654940.html

Da die Meinung eines Kritikers noch lange und von vielen Menschen nachlesbar ist, bedeutet sie uns Musikern viel und ist auch sehr wichtig. Denn wir müssen uns vermarkten, müssen viele Leute erreichen, um das tun zu können, was wir lieben. Und natürlich streben wir nach Anerkennung.

Umso wichtiger aber sind die Reaktionen des Publikums. Man weiß nur von denjenigen, die man persönlich kennt, ob es musikliebende Laien sind oder Leute vom Fach, und es ist mir persönlich die spontane Meinung eines Laien oft mehr wert als kollegiale Rückmeldungen. Jedenfalls freut es einen natürlich umso mehr, wenn wie am vergangenen Samstag der Applaus nicht enden will, der zuerst völlig richtig während des Konzertes ohne Aufforderung dazu ausblieb, weil die Stimmung so dicht und so erfüllt war. Wenn in einer bayerischen, katholischen Kirche bei einem klassischen Chorkonzert auf den Bänken getrampelt wird, will das etwas heißen, ebenso, wenn die doch eher zurückhaltend temperamentvollen Oberpfälzer sich vier Zugaben erklatschen.

 

Hochschulunterricht? Mit Freuden!

Vielleicht liest in diesem Blog ja auch jemand, der sich für ein Kirchenmusikstudium interessiert, und vielleicht ist deshalb auch ganz interessant, was ich hier in Köln so mache und anbiete. Die gut 24  Stunden von gestern 15:00 Uhr bis heute 16:20 Uhr veranschaulichen das ganz gut:

Montag 15:00 – 17:00 Uhr: Grundlagenseminar für BM (Bachelor of Music) Kirchenmusik, in diesem Semester mit Gästen aus dem Lehramt. Hier geht es zunächst um die Stimme, natürlich speziell die Kinder- und Jugendstimme. Neben den banalen und technischen Grundlagen ist mir besonders der Übertrag in die Praxis wichtig. Zu wissen, wie sich der kindliche Stimmumfang entwickelt, ist das eine – dies auf konkrete Lieder und auch mehrstimmige Stücke zu übertragen, ist dann der eigentlich wichtige Schritt. Übungen zum Registerausgleich zu kennen, ist das eine – sie gut anleiten und zielführend umsetzen zu können, ist das andere. Außerdem lernen wir Lied- und Werkbeispiele kennen, es gibt eine umfangreiche Literaturliste und viele methodische Tipps und Tricks. Alles soll wirksam werden im darauffolgenden Praxissemester.

Dann hatte ich gestern zwei sogenannte „Vertiefungsstunden“ im MM (Master of Music) Kirchenmusik. Hier unterrichte ich nicht nach einem festen Lehrplan, sondern am liebsten so wie derzeit: die Studierenden stehen bereits in der Praxis und kommen mit jeder Menge konkreter Fragen und auch Probleme und ich versuche, Antworten und Hilfen zu bieten. Sicher etwas unkonventionelle, aber meiner Erfahrung nach äußerst effizient. Denn wer fragt, will wissen 🙂

Ebenfalls am Montagabend: die Vorbereitung der praktischen Einheiten meiner Studierenden, die diese in der mit uns kooperierenden Schule dienstags umsetzen.

Dienstagfrüh geht es dann los mit dem Seminar für die MM Kirchenmusik. Heute war das eine sehr launige aber gerade auch dadurch effiziente Stunde, die der Solmisation nach Ward und spezieller der „Kölner Chorschule“ gewidmet war. Die Studierenden solmisieren selbst gewählte Liedbeispiele und ich versuche, vor allem die Feinheiten der Bewegungsabläufe positiv zu beeinflussen. Es ist immer wieder frappierend, wie kleine Veränderungen zu größerer Sicherheit führen können, auch wenn unsere „Testgruppe“ mit lauter Mitstudierenden ja hoffnungslos überqualifiziert ist. Eine wirklich top vorbereitete Stunde heute hat gezeigt, wie es geht und dass es auch in angemessener Zeit möglich ist. Meine Hoffnung ist, dass möglichst viele unserer Absolventen eine der Solmisationsmethoden auswählen und später in der Praxis regelmäßig pflegen.

Eigentlich immer das Highlight und heute mit zwei Musterstunden, die ich nur allzu gern auf Video hätte: Die Praxis mit den Kindern der GGS (Gemeinschaftsgrundschule) am Manderscheider Platz. Heute konnte ich mit großem Spaß und unglaublicher Konzentration mit einer 2. Klasse (!) den Abendsegen aus Hänsel und Gretel realisieren und mit dem Chor der 3./4. Klasse sogar das „Sing you now“ von Chilcott bis in die beginnende Zweistimmigkeit führen. Die choreigene Band hat dann noch als Rausschmeißer den „Geburtstagskanon“ („Heute feiern wir Geburtstag, darum singen wir ein Lied“) spontan begleitet und ich habe im Loop das ganze Ding in 6 Minuten durchgezogen – der derzeit einzige Studierende in der Praxis war zurecht verblüfft und hellauf begeistert davon, was die Kinder zu leisten im Stande sind.

So läuft das also in Köln bei mir. Ach ja: jetzt kommt noch eine Studierende, die ohne je einen Credit dafür zu bekommen selbst Kinderlieder textet und komponiert. Wir werden das durcharbeiten und da entstehen wirklich schöne Dinge.

Ich liebe meinen Beruf!